Todesfallen für Organspender

Todesfallen für Organspender – Halbe Wahrheiten verbergen oft dunkle Tatsachen

Aus der Organspende-Kampagne des Bundes-Gesundheitsministers

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Die Kritiken an der Organspende-Praxis ranken sich um den Hirntod sowie um zwangsweise Organspenden. Der diagnostizierte Hirntod soll die Organentnahme zu früh gestatten ohne ausreichend überprüft worden zu sein. Doch die Todesfallen lauern wo anders.

Beinahe jede Kampagne, jede Rede, jeder Bericht verschweigt notwendige Wahrheiten. Deshalb lesen wir gewöhnlich nur die halbe Wahrheit und entscheiden falsch. Dieser Kommentar enthält 6 verborgene notwendige Wahrheiten die in der Organspenden-Kampagne fehlen oder fehlen sollen. Sie sollten diese Wahrheiten kennen – bevor Sie Ihren Organspender-Ausweis unterschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Todesfallen für Organspender – Halbe Wahrheiten verbergen oft dunkle Tatsachen. 1

Eine Organspende-Kampagne des Bundes-Gesundheitsministers, Jens Spahn. 1

1.     Erste Analyse: Wieviel Organspender starben, um einen Spender zu finden?. 2

2.     Zweite Analyse: Spenderzahlen lassen sich einfacher steigern. 2

3.     Dritte Analyse: Organspende-Skandale unter den Tisch gekehrt?. 4

4.     Vierte Analyse: Müssen wir uns vor der Hirntod-Diagnose fürchten?. 4

5.     Organspende-Gesetz auf dem Prüfstand. 5

6.     Rette sich wer kann?. 6

7.     Prüft die Kommission die Leidensstrecke bis zum Hirntod eines Patienten?. 7

8.     Was kann der Gesetzgeber tun?. 8

9.     Was kann ich für meinen Schutz tun?. 8

10.   Verborgene Wahrheiten kompakt mit Ausblick. 9

6

Eigentlich wollte ich am 20.4.2019 nur etwas zur Europawahl recherchieren. Stattdessen führte mich das Web schon das zweite Mal zu den Organspendern. Dort las ich wie hinter diesem Link die bange Frage: „Werde ich schneller für Tod erklärt?“ - Das saß.

Nach dem ersten Schreck dämmerte es. Warteliste für Spenderorgane.  Von nur 955 Organspendern in 2018, von sterbenden Menschen und davon, dass in Deutschland nur 35 Prozent der Einwohner einen Organspender-Ausweis führen.

 

Die Zahlen stimmten mich zunächst betroffen. Doch wer so intensiv Tränendrüsen strapaziert, hat etwas zu verbergen. Nämlich die dunkle Hälfte der halben Wahrheit. Außerdem vermutete ich zügellosen Aktionismus.

 

1.     Erste Analyse: Wieviel Organspender starben, um einen Spender zu      finden?  

Im Jahr 2018 starben in Deutschland 932.300 Menschen, darunter 35 Prozent, also 326.000 Menschen mit Spenderausweis.

Das heißt bei 955 Organspendern in 2018: Von 341 verstorbenen Menschen mit Spenderausweis durfte nur einer (ein einziger) seine Organe spenden.

Offenbar will Herr Spahn die falsche Kuh melken, will die im Grundgesetz festgeschriebene Unversehrtheit aller Bürger unterwandern, obwohl es im Jahr 2018 ganze 341 Mal so viele verstorbene gab, wie Organspender.

·           Verborgene Wahrheit Nr. 1 – Nur jeder 341-te verstorbene mit Spenderausweis                      spendete wirklich.

2.     Zweite Analyse: Spenderzahlen lassen sich einfacher steigern

Dazu veröffentlichte die Bundesärztekammer im Ärzteblatt 27-28/2018 eine bundesweite Untersuchung namens „Rückgang der Organspenden in Deutschland“. Die Kernaussage lautet: Maßgeblicher Erfolgsfaktor zur Steigerung der Organspenden ist ein verbessertes Meldeverhalten der Entnahme-Krankenhäuser. Das heißt: Potentielle Organspender starben, ohne dass sie in der Organspende-Zentrale gemeldet wurden. 

Meldeverhalten der Entnahme-Krankenhäuser. Das heißt: Potentielle Organspender starben, ohne dass sie in der Organspende-Zentrale gemeldet wurden.

Tabelle 1 zeigt 425.000 Todesfälle in Kliniken für das Jahr 2015. Davon gab es 27.258 mögliche Organspender. Gemeldet wurden nur 2.245 Fälle. Ganze 8,2 Prozent. 

Dagegen erreicht ein Pilotprojekt der DSO (Deutschen Stiftung Organtransplantation) einen Meldeprozentsatz von 31,7 Prozent. Pilotprojekt ist hier das DSO-Inhouse-Koordinationsprojekt. Darin sind ausgewählte Kliniken, deren Organspende-Praktiken direkt von der DSO koordiniert werden.

Wenn alle Kliniken in Deutschland so koordiniert würden, wie das Inhouse-Koordinationsprojekt der DSO, gäbe es mehr Organspender. Anstelle der der im Jahr 2018 nur 955 Organspender, dürften 3027 Organspender ihre Organe anderen totkranken Patienten schenken.

Niemand müsste sich davor fürchten, ungefragt seine Organe zu verlieren.

Die von Herrn Spahn forcierte Zwangsentnahme der Organe, wenn kein Widerspruch vorliegt, hätte keine Wirkung, wenn das Meldeverhalten weiter so nachlässig gehandhabt wird.

·          Verborgene Wahrheit Nr. 2 – Wir brauchen keine zusätzlichen Spender, wenn alle Kliniken mögliche Organspender konsequent an die DSO melden würden.

3.     Dritte Analyse: Organspende-Skandale unter den Tisch gekehrt?

Der Organspende-Skandal war mir noch gut im Gedächtnis, doch in keiner der angepriesenen Werbeschriften fand ich das Wort Skandal. Was war eigentlich geschehen?

·          Verborgene Wahrheit Nr. 3 – Die Organspende-Skandale wurden unter den Tisch gekehrt.

Reihenweise hatten verantwortliche Ärzte ihre Patienten bei Organspende-Anträgen kränker beschrieben, als sie waren. Diese Patienten erhielten Spenderorgane, ihre Ärzte Belobigungen. Die Kliniken mehr Geld. - Andere Patienten aber starben, weil deren Ärzte ehrlich waren.

Köder für die lügenden Ärzte waren und sind: Anerkennungen von Patienten und für Mehreinnahmen der Klinik gefolgt von winkenden Beförderungen.

Der damalige Gesundheitsminister Bahr verlangte spontan harte Strafen. Kliniken trennten sich von einigen Beschuldigten. Staatsanwaltschaften bewiesen die Fälschungen und forderten Gerichte auf, die schuldigen Ärzte wegen versuchten Todschlages und vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu verurteilen.

Richter aber ignorierten die Staatsanwaltschaften, sprachen lediglich von moralisch verwerflichem Handeln, was in Deutschland nicht strafbar sei. Bundesrichter schlossen sich an. Ihrer Auffassung nach hatten die Ärzte nicht gegen bestimmte Personen gehandelt. – Wer denkt dabei nicht an höchstrichterliche Begünstigung?

Andererseits wurden die Raser von Berlin als Mörder verurteilt, obwohl sie ebenfalls das Opfer vorher nicht kannten. Sie nahmen ebenso wie die Organärzte den Tod unbekannter nur billigend in Kauf. Mit Elitelobby wären sie möglicherweise freigekommen.

Wenn Ärzte „Gott“ spielen, indem sie den vorzeitigen Tod hilfsbedürftiger Menschen billigend in Kauf nehmen, verspielen sie das Vertrauen in den gesamten Berufsstand. Wachsamkeit ist geboten.

·         Verborgene Wahrheit Nr. 4 – Viele Patienten vertrauten ehrlichen Ärzten und mussten früher sterben, weil ihnen das regelgerechte Ersatzorgan von lügenden Ärzten „gestohlen“ wurde.

4.     Vierte Analyse: Müssen wir uns vor der Hirntod-Diagnose fürchten?

Wenn das Gehirn aus dem Normalzustand heraus circa 10 Minuten lang nicht durchblutet wird, ist das Gehirn physiologisch tot. Das heißt, die Gehirnzellen (Neuronen mit Synapsen) können keine Empfindungen mehr transportieren und schon gar keine Steueraufgaben mehr durchführen.

Teilweise Durchblutungen des Gehirns können jedoch zu Ausfällen führen, die einen Hirntod vortäuschen. Deshalb gehört die Diagnose (Feststellung in Freiburg) des Hirntodes zu den sensibelsten ärztlichen Diensten. Dazu einige Stichworte:

-          Die Richtlinien der Bundesärztekammer wurden zuletzt zum 6.7.2015 angepasst.

-          Konventionelle Todesdiagnose. Z.B. Koma, Atemstillstand, Pupillen lichtstarr, Würgereflex usw. 

-          Es dürfen keine sich zurückbildenden Krankheiten oder Medikamenten-Wirkungen vorhanden sein.

-          Zwei identische Diagnosen von verschiedenen Ärzten dürfen erst nach einer Wartezeit von 12 Stunden nach primärem Hirnschaden (Schlag), bzw. 72 Stunden nach sekundärem Hirnschaden (Durchblutungsausfall) vorliegen.

-          Ohne Wartezeit lässt sich der Hirntod technologisch nach besonderen spezifischen Vorschriften für EEG, provozierten elektrischen Potentialen sowie Ultraschall für Hirn-Durchblutungen nachweisen.

-          Die Transplantations-Prüfungskommission der Bundesärztekammer prüft die Protokolle.

Damit wird der Hirntod mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig nachgewiesen“. Das Restrisiko von Manipulationen ist durch zwei Diagnosen zu verschiedenen Zeiten von unterschiedlichen Ärzten sowie der Prüfung durch die Prüfungskommission bestmöglich ausgeschlossen.

Überlebende eines Hirntodes, kommen aus dem Märchenland. Dafür sprechen Organphysiologie sowie die Physik vitaler Makromoleküle. Aus demselben Grund empfinden Hirntote auch keine Schmerzen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose würde ich dem Bereich eines Sechsers im Lotto zuordnen. Von 15.537.573 Tipps gewinnt einer. Damit, so meine ich, lässt es sich leben.

Zusatz vom 16.5.2019: Nachdem ich mich mit dem Hirntod auf der Plattform Hirntoddebatte eingehender beschäftigt hatte, lässt die Wahrscheinlichkeit der Fehldiagnose nicht mehr mit einem Sechser im Lotto vergleichen. Vielmehr müssen wir damit rechnen, dass mindestens jede 1000-ste Diagnose falsch ist. – bewusst oder unbewusst.

·          Verborgene Wahrheit Nr. 5 – Die gefundenen schlagwortartigen werbeähnlichen Aussagen zum Hirntod stimmten bedenklich. Nach meinen Recherchen aber lauern hier keine Gefahren.

5.     Organspende-Gesetz auf dem Prüfstand

Organspende-Skandale produzierten in den Jahren 2010 bis 2017 so viele Schlagzeilen, dass die Zahl der Organspenden pro Jahr und 1 Million Einwohner in Deutschland um den Wert um 10 herum stagnierte. Dagegen verzeichnete 2017 Spanien 46,9 Spender pro 1 Million Einwohner. Das ist fast fünfmal so viel wie in Deutschland.

Die Szene schrie nach politischen Maßnahmen. - Werbeaktionen nutzten wenig. Die nebenbei entstandene Transplantations-Prüfungskommission der Bundesärztekammer prüft in verschiedenen Abständen die Organanforderungen und schreibt jährlich einen Bericht. Jener hinter diesem Link beschreibt das Jahr 2017/18 auf 227 Seiten.

Auch dies nutzte offenbar wenig. Nunmehr (April 2019) will der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die freiwillige Organspende durch eine quasi Zwangsspende ersetzen. Jeder, der nicht spenden will, muss die Organspende offiziell ablehnen, sonst wird er nach seinem Hirntod automatisch zum Spender.

6.     Rette sich wer kann?

Jetzt gibt es keinen Ausweg mehr. Wenn Sie als Spender mit geschwächten Körperfunktionen in Hirntodnähe einem Arzt ausgeliefert sind, können Sie zur Beute werden. Denn der behandelnde Arzt wird wissen: „Organspender oder Spende-Verweigerer“.

Organspender können Begehrlichkeiten wecken, Spende-Verweigerer dagegen den Missmut des Arztes herausfordern.

Auf Intensivstationen müssen oft mehrere Lebensparameter gleichzeitig mit unübersichtlichen Geräten stabilen Grenzen gehalten werden. Lebensparameter wie Herzfrequenz, Blutdruck, Hirndruck, Atmung, Hormone, Neurotransmitter usw. Solche Parameter beeinflussen sich gegenseitig, sodass ein komplexes Wirkgefüge entsteht, das nicht selten auch die ärztliche Kunst überfordert.

Die Möglichkeiten, in diesem Wirrwarr einen Hirntod zu initiieren oder zu beschleunigen sind deshalb weit umfangreicher, als die möglichen Varianten in einem Schachspiel.

So gesehen wirkt hier der Organspende-Skandal positiv. Niemand hätte es sonst gewagt, in der Hirntodgenese beinahe grenzenlose Manipulationsmöglichkeiten zu erkennen. Und wenn, dann würden Ärzte auf ihren bisher fast „göttlichen Persilschein“ des unbefleckten Vertrauens bestehen, um den „Nestbeschmutzern“ die Stimme zu verbieten.

Es muss in einer modernen Demokratie möglich sein auch Ärzte auf menschliche Risiken ihres Berufes hinzuweisen bzw. diese Risiken zu kontrollieren.

Nachträgliche Prüfungen der Hirntodgenese (Entstehung des Hirntodes) lassen sich heute nur begrenzt durchführen. Dafür müssten die Patientendaten schon während der Hirntodgenese prüfsicher aufbereitet werden.

·          Verborgene Wahrheit Nr. 6 – Niemand brachte bisher die Möglichkeit ins Spiel, dass einige Organspender nicht ganz freiwillig ihre Spende ablieferten. Vielleicht könnte der eine oder andere Spender noch leben.

Doch halt – war da nicht eine Kommission, die das alles prüft? Jene mit dem Jahresprüfbericht 2017/18 auf 227 Seiten?

7.     Prüft die Kommission die Leidensstrecke bis zum Hirntod eines Patienten?

Die Präambel der „Richtlinien für Wartelistenführung und Organvermittlung“ beginnt mit einem vieldeutigen Absatz.

-       Zitat: Die Organtransplantation stellt eine der erfolgreichsten medizinischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts dar; gelingt es doch mit ihr, in lebensbedrohlichen Situationen lebensrettend einzugreifen oder chronisch Kranken eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebensqualität zu ermöglichen.

Wer diesen Absatz liest, könnte sich mit dem Gefühl abwenden: Es ist alles in Ordnung.

Wenn aber im Tätigkeitsbericht 17/18 die Vokabeln „Hirntod, Hirn oder Tod“ nicht vorkommen, deutet alles darauf hin, dass die Behandlungen bis zum Hirntod der Organspender nicht geprüft worden ist.

In einem Bericht das finden, was nicht drin steht hat mich schon oft weiter gebracht. Nur – wie findet man eine „Stecknadel im Heuhaufen“, die gar nicht vorhanden ist?

Dabei brachte mich der Ablauf einer Organspende weiter. Dieser Ablauf gliedert sich in 6 verstehbare Segmente, die hier zeitlich rückwärts in den Punkten 1. – 6. dargestellt und bewertet wurden. Wenn ein „Köder“ sichtbar wird, entsteht für den Arzt ein Motiv, wie oben beschrieben. Das „OK“ am Ende eines der Punkte schließt Verdachtsmomente aus.

1.      Organempfänger verlässt die Klinik mit gespendetem Organ bei angemessener Gesundheit. - OK

2.      Davor: Operationswunden heilen, die Funktionen des fremden Organs stabilisieren sich. – Aufsicht des behandelnden Arztes – Kein Köder sichtbar – Kommission prüft nicht – OK.

3.      Davor: Das Operationsteam transplantiert das Organ. – Aufsicht des behandelnden Arztes - Kein Köder sichtbar – Kommission prüft nicht – OK.

4.      Davor: Der Spender ist Hirntod. – Köder möglich – Prüfung des Hirntodes von zwei Ärzten unabhängig voneinander – Kommission sichtet die Prüfergebnisse – OK.

5.      Davor: Intensivbehandlung eines verunfallten oder eines in einer lebensbedrohlichen Krise lebenden Spenders nahe dem Hirntod. Aufsicht und Behandlung obliegt dem Arzt, der den Spender behandelnd. – Köder möglich wie beschrieben – Kommission prüft nicht – kein OK, gefährliche Prüflücke.

6.      Davor: Der behandelnde Arzt fordert bei Eurotransplant das Organ mit einem Zustandsbericht des Patienten an. – Köder möglich wie beschrieben – Kommission prüft – OK.

Zu 4. Kommissions-Sichtung und Abgleich des Hirntodes mit einem oder zwei weiteren Fachärzten greift erst, wenn im Spendergehirn keine messbaren Aktivitäten sichtbar sind. Also nachdem die Funktionselemente des Spendergehirns irreversibel ausgefallen sind, nach dem Hirntod.

 

Zu 5. Der Patient lebt noch und soll wieder gesund werden. Hier kann der behandelnde Arzt völlig frei für einen Spender sorgen, ohne eine Prüfung fürchten zu müssen. Konsequenzen trägt nur der mit dem Tode ringende Patient. Motive sind, wie oben besprochen, vorhanden. Gespendete Organe bringen der Klinik Einnahmen und dem behandelnden Arzt Ansehen. Ansehen bei Patienten und von Kliniken sind die Karrieretriebfedern für jeden Arzt.

Noch Zu 5. Die Auswertung mit dem sog. DSO-Transplantationscheck für Excel ist gem. dem anhängenden Beispiel zu grob und damit ungeeignet, Unregelmäßigkeiten bei der Intensivbehandlung zu entdecken.

·          Verborgene Wahrheit Nr. 7 – Die Behandlungsstrecken kurz vor dem Hirntod prüft niemand ausreichend. Der behandelnde Arzt hat naheliegende Motive und verfügt über alle Manipulationsmöglichkeiten, um den Hirntod ohne Kontrollrisiko zu beschleunigen. Dies ist eine bisher unterschlagene Todesfalle. – Was Renate Greinert dazu erlebt hat, bestätigt alles.

8.     Was kann der Gesetzgeber tun?

Hier möchte ich darauf hinweisen, dass ich niemandem persönlich weder die Absicht, noch die Ausführung der erwähnten Manipulationen unterstelle. Es liegt an der Gesellschaft, Ärzte in dieser sensiblen Behandlungsstrecke vor einem möglichen Hirntod ihres Patienten zu betreuen.

Vor allem sollten die behandelnden Ärzte vor dem diagnostizierten Hirntod nicht wissen, ob der Patient Organspender ist oder nicht, um über jeden Verdacht erhaben zu sein. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Patient von selbst mit dem Arzt ein dokumentiertes offenes Gespräch führt.

Sollte der Spenderstatus aus organisatorischen Gründen nicht geheim zu halten sein, muss es eine Prüfpflicht der Bundesärztekammer geben, deren Wirksamkeit natürlich dem Gesetzgeber nachzuweisen ist. Ein sicher schwieriger Nachweis, weil die Möglichkeiten des Arztes umfangreicher sind, als die Varianten in einem Schachspiel.

9.     Was kann ich für meinen Schutz tun?

Dies ist kein anwaltlicher Rat, sondern nur das, was ich selbst für mich tue oder zu tun beabsichtige.

Motive für den behandelnden Arzt entstehen immer dann, wenn er meine Entscheidung zur Organtransplantation kennt. Beim jetzigen Gesetzesstand ist dies zu verhindern, indem ich keinen Organ-Spenderausweis beantrage oder einen bestehenden Ausweis offiziell abmelde mit dem Hinweis, dass ich mir nicht mehr schlüssig bin.

Sollte die Widerspruchslösung im Herbst 2019 Gesetz werden, wird es schwerer. Dann bin ich automatisch Spender, wenn keine offiziellen Informationen über meine Entscheidung vorliegen. Hier hilft nur, einem Vertrauten die Entscheidung zu übertragen. Immer mit Maßgabe, dem Arzt meine Entscheidung vor zu enthalten, solange der Hirntod nicht eingetreten ist.

Einige der relevanten Ergebnisse dieses Kommentars hatte ich mir von der Facebook-Plattform Organspende bestätigen lassen. Sollte die Plattform gelöscht worden sein, finden Sie eine Kopie meiner Korrespondenz hinter diesem Link

10.     Verborgene Wahrheiten kompakt mit Ausblick

Die sechs verborgenen Wahrheiten zeigen den wahren Charakter der Organspende-Kampagne von Jens Spahn. Es ist purer Aktionismus, der mal wieder ein heiß gestricktes Gesetz durchpeitschen will.

1.      Nur jeder 341-te verstorbene mit Spenderausweis spendet wirklich.

2.      Wir brauchen keine zusätzlichen Spender, wenn alle Kliniken mögliche Organspender konsequent an die DSO melden würden.

3.      Die Organspende-Skandale wurden unter den Tisch gekehrt.

4.      Viele Patienten vertrauten ehrlichen Ärzten und mussten früher sterben, weil ihnen das regelgerechte Ersatzorgan von korrupten Ärzten „gestohlen“ wurde.

5.      Die gefundenen schlagwortartigen werbeähnlichen Aussagen zum Hirntod stimmten bedenklich. Nach meinen Recherchen lauern aber hier keine Gefahren.

6.      Niemand brachte bisher die Möglichkeit ins Spiel, dass einige Organspender nicht ganz freiwillig ihre Spende ablieferten. Sicher könnte der eine oder andere Spender noch leben.

7.      Die Behandlungsstrecken kurz vor dem Hirntod prüft niemand ausreichend. Der behandelnde Arzt hat naheliegende Motive und verfügt über alle Manipulationsmöglichkeiten, um den Hirntod ohne Kontrollrisiko zu beschleunigen. Dies ist eine bisher unterschlagene Todesfalle.– Was Renate Greinert dazu erlebt hat, bestätigt alles.

Beinahe alle zu diesem Kommentar gesichteten Aktionen gegen die Widerspruchslösung beißen sich am Hirntod und seiner Feststellung fest. Die tödliche Gefahr aber lauert schon, wenn der Patient sich dem Hirntod nähert. Eine kritische Behandlungsstrecke, die zum Weiterleben führen soll. Besonders kritisch dann, wenn der behandelnde Arzt die Organspende-Entscheidung des Patienten kennt.

Natürlich steht auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter Erfolgszwang. Schließlich soll die Koalition zwischen CDU, CSU und SPD lt. Vertrag zur halben Legislaturperiode, also im Herbst 2019 auf die Verlängerungs-Waage. Dann müssen alle Minister ihre Misserfolge in die eine und ihre Erfolge in die andere Waagschale werfen. Im schlimmsten Fall müssen wir danach zu den Wahlurnen.

Kein Wunder, wenn Aktionismus aufkommt. Gesetze werden zu schnell, zu unvollständig, zu falsch durchgepeitscht. Kurz vor der Abstimmung hören wir dann etwas von Alternativlosigkeit. Solche Gesetze sind dann besonders falsch und sollten verschoben werden.

Mir liegt es fern, über die Ergebnisse zu schimpfen. Es reicht, wenn diese Wahrheiten in die Denkwelt jener Mitmenschen einfließen, die sich für oder gegen ihre freiwillige Organspende entscheiden müssen.

Halbe Wahrheiten begegnen uns auf Schritt und Tritt. Wer sich öfter die Mühe macht, verborgene Wahrheiten aufzudecken, dem erschließen sich bald viele neue Wahrheiten im Vorbeigehen. Wahrheiten, die Menschen jenen Durchblick gewähren, den ihnen Meinungsmacher rauben.

Leider wollten jene, die unser Schulsystem entwickelten, keine mündigen Bürger, sondern intelligent funktionierende Arbeitstiere ausbilden. Deshalb mussten wir lernen, lernen und nochmal pauken. Genau wie es Manfred Spitzer in seinem viel diskutierten Buch „Digitale Demenz“ gefordert hat. Unterschlagen hat er dabei, dass nicht lernen - sondern erkennen den Durchblick nährt.

Mehr dazu finden Sie hinter diesem Link.

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Kommentare: 6
  • #1

    Andreas (Montag, 06 Mai 2019 20:10)

    Hallo hj,
    die beschriebenen Ängste habe ich auch.
    Aber wo kann ich mehr über die Halbe Wahrheit finden?

  • #2

    Hans-J. Schubert (Montag, 06 Mai 2019 20:20)

    Hallo Andreas,
    danke für die Bestätigung.
    Zur halben Wahrheit findest Du auf dieser Seite 2 Links.
    https://www.gehirnsabotage.de/weitere-beitr%C3%A4ge-zu-gehirn-und-erfolg/erfolg-ist-bisher-nur-zufall/1-erfolgsfalle-wahrheit/

  • #3

    Marius Goth (Mittwoch, 08 Mai 2019 15:42)

    Und wie oder wo kann/soll ich das machen? - Zitat aus dem Artikel :

    "Beim jetzigen Gesetzesstand ist dies zu verhindern, indem ich keinen Organ-Spendenausweis beantrage oder einen bestehenden Ausweis offiziell abmelde mit dem Hinweis, dass ich mir nicht mehr schlüssig bin."

    Beispiel :
    Ich habe einen Organspendeausweis beantragt/bekommen, Blanko natürlich um ihn so ausfüllen zu können wie ich mich zum Thema Organspende Ja/Nein entschieden habe.

  • #4

    Hans-J. Schubert (Donnerstag, 09 Mai 2019 12:05)

    Hallo Marius,

    hier das informierende Zitat aus meinem Kommentar.

    ......mit dem Hinweis, dass ich mir nicht mehr schlüssig bin.

    Sollte die Widerspruchslösung im Herbst 2019 Gesetz werden, wird es schwerer. Dann bin ich automatisch Spender, wenn keine offiziellen Informationen über meine Entscheidung vorliegen. Hier hilft nur, eine schriftliche Entscheidung zu hinterlegen und einem Vertrauten aufzutragen, den Arzt darüber zu unterrichten.

  • #5

    Ruthild S. (Samstag, 11 Mai 2019 12:49)

    Wir haben unsere Entscheidung dazu kurz und knapp direkt auf unserem Personalausweis vermerkt. Gedruckt mit kleinster Schrift auf rotem Papier ist es unübersehbar aufgeklebt:
    "Keine Reanimation
    kein Organspender
    keine Impfungen"
    Ich hoffe, dass uns das vor einer Organentnahme schützt!
    (Die Entscheidung gegen eine Reanimation ist aus vielen persönlichen Erlebnissen aus meiner langjährigen Arbeit im Krankenhaus entstanden).

  • #6

    Hans-J. Schubert (Samstag, 11 Mai 2019 18:57)

    Hallo Ruthild S - Tolle Idee, die Organspende-Entscheidung auf dem Ausweis zu platzieren.. Sicher nicht behördlich, sondern selbst aufgebracht.
    Doch darf ich Sie warnen. Zitat aus diesem Kommentar: "Organspender können Begehrlichkeiten wecken, Spende-Verweigerer dagegen den Missmut des Arztes herausfordern"!